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Termine

Das diesjährige Ehemaligentreffen findet am Samstag, dem 20.12.2025, im Stammhaus unserer Schule statt. Alle Absolventen der letzten Jahrzehnte sind wieder ganz herzlich eingeladen, um miteinander zu plaudern, Lebenswege, Erfolge, Probleme zu diskutieren - aber auch die Veränderungen an der Schule zu begutachten. Beginn des Teffens ist 19 Uhr.

FACHSCHAFT GESCHICHTE

FACHSCHAFT GESCHICHTE

Im Schuljahr 2025/26 unterrichtende Fachlehrerinnen und Fachlehrer:


Herr Brandt, Frau Brückner, Frau Böhnisch, Herr Eismann, Frau Fehrmann-Richter,Herr Hamann, Frau Heitzer, Frau Teichert, Frau Wagner-Klotzsch, Frau Thost, Frau Jurich

Gedenkstättenfahrt nach Pirna-Sonnenstein

„Wenn wir gleich unten sind, werdet ihr Dinge hören und auch sehen, die wirklich so hier passiert sind. […] Ich verstehe es vollkommen, wenn das für einige von euch zu viel ist, ihr könnt deswegen jederzeit den Keller verlassen.“

Bevor wir als Jahrgangsstufe 9 unseres Gymnasiums die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein besuchten, hatten wir über die grausame Ideologie der Nazis bereits aus Büchern und Dokumentationen erfahren. Obwohl schon das Wut und Entsetzen erregen kann, ist es doch nicht vorstellbar, wie unmenschlich das eigentliche Ausmaß war – bis die Möglichkeit besteht, an den Tatorten der Grausamkeiten den Terror und das Leid zu erahnen.

Der Tag begann mit zwei Stunden Busfahrt nach Pirna. Wir alle wussten, wohin unsere Reise führt, doch ein Ausflug erweckt nun einmal weitaus mehr Freude als die Schule. Das änderte sich schnell, denn schon als der Bus auf den Hof einfuhr, wo einst auch die Opfer der „T4-Aktion“ ihrem brutalen Ende in der Euthanasie entgegengingen, wurde die unheimliche und bedrückende Atmosphäre dieser Anstalt deutlich. 

Ein Vortrag zur Einleitung unseres Aufenthalts führte nicht nur die scheußlichen Abläufe der Aktion, das erniedrigende und auch entmenschlichende Rassendenken der Nationalsozialisten und die tragische Wendung von einer fortschrittlichen Heilanstalt zu einem solchen Ort des Schreckens vor Augen, sondern vor allem das eigene Unwissen. Egal, wie gut die Noten oder die Mitarbeit im Geschichtsunterricht sind und wie wissend man sich einschätzt, ein Einblick, wie wir ihn an diesem Tag erhielten, lässt sich nicht mit auswendig einstudierten oder aus dem Internet gezogenen Information ersetzen.

Nach einer Pause zum Sortieren der Gedanken und Durchatmen bekamen wir eine Warnung; eine, die sich so einbrannte, weil man sie nicht ernst nahm - weil man dachte, dass das Ausmaß niemals den Worten: „Ich verstehe es vollkommen, wenn das für einige von euch zu viel ist, ihr könnt deswegen jederzeit den Keller verlassen“, gerecht werden würde. Wir konnten uns einfach nicht vorstellen, welchen Eindruck ein solcher Ort nach so vielen Jahren immer noch auslösen konnte. In den Vorräumen besagten Kellers erfuhren wir von den Schicksalen einzelner Opfer – manche von ihnen junge Menschen wie wir. Wir wurden durch die Räume geführt und schauten auf dieselben vier Wände, die damals noch als normale Ablageorte vor der „Gemeinschaftsdusche“ geglaubt wurden. Und plötzlich standen wir in einem Raum mit einem Lichtstreifen, ganz einfach der Führung folgend, dieser Raum wurde mit den Worten beschrieben: „Jetzt steht ihr in der Gaskammer. Hinter diesem Lichtstreifen sind 14´720 Menschen in Pirna vergast und ermordet worden.“ Was wir an dieser und den nächsten Stationen hörten und sahen, war so erschütternd, dass es unnatürlich wäre, zu behaupten, nicht auch nach der Exkursion über die unfassbaren Ausmaße und die Unmenschlichkeit bewegt gewesen zu sein. Die „Dusche“, in der es ein Fenster zum Zuschauen gab, der Zwischenraum, wo die vergasten Opfer all ihrer verbliebenen Wertgegenstände beraubt, und der Ofenraum, in dem sie anschließend verbrannt wurden, sind Orte, die heute noch Zeugnis für das menschenverachtende Regime sind.

All dieses Leid zum „Sparen von Staatskosten“. 

Im letzten Raum standen wir gegenüber von Vitrinen voller Habseligkeiten der Ermordeten, vor den Duschen abgelegt, ohne Geldwert, von den Nationalsozialisten mit nicht vollständig verbrannten Knochen ihrer Besitzer auf den Hang hinter der Tötungsanstalt gekippt. Der Sonnensteinhang war nach einer Gruppenarbeit zum Thema „Opfer, Täter und Gesellschaft“ unser letzter Halt. Wir standen vor dem Denkmal, welches als riesiger Grabstein für alle Getöteten und auch nach ihrem Tod Geschändeten vor dem Hang errichtet wurde. Noch einmal gedachten wir und erkannten, wie wichtig es war, dass wir die Möglichkeit erhielten, einen solchen Ausflug zu unternehmen, denn für die Vergangenheit tragen wir keine Schuld und so etwas wie Wiedergutmachung könnte es für diese Verbrechen niemals geben. Doch wir alle können dazu beitragen, dass wir nie wieder ein so schreckliches Kapitel in unserer Geschichte verzeichnen müssen. (P.F.)

Das Geschichtscamp in Dresden 2024

Wie wohnte man in der DDR? Wie verhielt man sich gegenüber Opfern des NS-Regimes? Und wie erlebten Metalheads die SED-Diktatur? All diese Fragen wurden im Sächsischen Geschichtscamp beantwortet, welches dieses Jahr vom 23. bis 27. September in Dresden stattfand. Das Camp ermöglicht geschichtsbegeisterten Jugendlichen, sich eine Woche lang intensiv mit einem Aspekt der DDR auseinanderzusetzten und schafft den Austausch mit Gleichgesinnten. Um an diesem Event teilnehmen zu können, musste man zunächst online ein kurzes Bewerbungsschreiben ausfüllen. Prinzipiell kann sich jede und jeder, sowie alle dazwischen und außerhalb aus Sachsen und Baden-Württemberg der Klassen 9 bis 13 bewerben. Grundvoraussetzungen sind selbstverständlich ein großes Interesse an der Geschichte der DDR und Engagement in der Projektarbeit. Nachdem ich die Zusage erhalten hatte, musste ich meinen Erst- und Zweitwunsch für die 7 angebotenen Workshops abgeben. Dieser Teil fiel mir sogar noch schwerer als die eigentliche Bewerbung, da wirklich jedes Thema spannend klang. Und schließlich war es so weit. Am Montagnachmittag erfolgte die Anreise auf die Schiffsherberge Pöppelmann, meiner besonderen Unterkunft für die nächste Woche. Nach dem Abendessen, einem kurzen Kennenlernen und einem ersten Treffen in den Workshop-Gruppen, ging es auch schon ins Bett. In den nächsten Tagen folgte dann die intensive Projektarbeit. Es wurden alte StasiAkten durchforstet, ich interviewte einen Zeitzeugen und einige Gruppen besuchten historische Stätten. Die Abende wurden mit Vorträgen und einer Dokumentation gefüllt. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir hierbei der Erzählungen einer Frau, welche durch einen selbstgegrabenen Tunnel von Ost- nach Westberlin floh. Am Tag der Abreise stellten sich die Gruppen gegenseitig das Erarbeitete vor. Es waren unter anderem ein Kurzfilm, ein Podcast und zwei Theaterstücke entstanden. Alles in allem empfand ich diese Erfahrungen sehr bereichernd, obwohl das Programm oft eng getaktet war. Das Camp geht weit über den Geschichtsunterricht hinaus und ist eine großartige Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und viel Neues zu lernen.

Emilia Dreyßig

Vorhaben im Fach Geschichte im Schuljahr 2025/26:

 Die jeweiligen Fachlehrerinnen und Fachlehrer entscheiden,

 welche Exkursionen in ihren jeweiligen Klassen stattfinden:

Sekundarstufe I

Klasse 5: Arche Nebra, Ägyptisches Museum Leipzig Museum für

               Vorgeschichte Halle

Klasse 6: Besuch einer mittelalterliche Burg oder eines Doms o.ä.

Klasse 7: Buchdruckmuseum Leipzig

Klasse 8: Völkerschlachtdenkmal, Militärhistorisches Museum Dresden

Klasse 9: Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein (Zur Erinnerung an die Opfer

               der NS "Euthanasie"-Morde)

Klasse 10: Erinnerungsort oder Gedenkstätte zur DDR-Geschichte oder

                ZGF Leipzig

Sekundarstufe II

Klasse 11/12: Museum "Runde Ecke" Leipzig, ZGF Leipzig